Malerei · Bühne · Stimme · Latex · One-on-One
Meine Arbeit begann mit der Malerei. Farbe war nie Dekoration, sondern ein Mittel, innere Zustände nach außen zu bringen. Die Leinwand war mein erstes Feld der Konfrontation – roh, direkt, ohne Vermittlung.
Doch das Bild blieb mir zu still. Ich suchte die Zuspitzung, den Moment, in dem Kunst nicht betrachtet, sondern erlebt wird. Die Bühne wurde dieser Ort. Präsenz statt Distanz. Risiko statt Sicherheit. Meine Stimme trat hinzu – als körperliches Werkzeug, als Träger von Geschichten, als Spannung im Raum. Worte, Atem, Pausen wurden Teil der Inszenierung, nicht Erklärung, sondern Reibung.
Mit der Arbeit an Latex verdichtete sich dieser Weg. Latex und Masken sind kein Kostüm und kein Fetischobjekt. Es ist Widerstand, Enge, Oberfläche. Es zwingt zur Haltung und verändert Wahrnehmung. In Verbindung mit Masken, Stimme und Raum entstehen Bilder, die nicht gezeigt, sondern ausgelöst werden. Kopfkino statt Handlung. Projektion statt Konsum. Fernab von der Reduktion auf „rein und raus“.
2020 gründete ich das Label "Ava Fetish Art". Nicht, um Fetisch zu reproduzieren, sondern um ihn zu verschieben. Unter diesem Label entstanden Filme, die bewusst andere Bilder suchten: Latexmasken statt nackter Körper, Stimme statt Plot, Spannung statt Auflösung. Arbeiten, die mehr verbergen als zeigen – und genau dadurch wirken.
2021 begann ich gemeinsam mit Bea Miersch das Projekt "Royal Masked Divas". In diesem Projekt gewann und verdichtete sich meine Arbeit im One-on-One-Performance-Format. Hier wurden erstmals verschiedene Kopfkino-Szenarien bewusst angelegt, variiert und erprobt: Nähe ohne Berührung, Maskierung als Öffnung, Stimme als zentrale Erzählinstanz. Jede Begegnung wurde zur eigenständigen Erfahrung, nicht reproduzierbar, nicht erklärbar.
Die in "Royal Masked Divas" entwickelten Szenarien bilden bis heute die Grundlage meiner One-on-One-Performances. Sie werden weitergeführt, vertieft und neu kontextualisiert – auf der Bühne, im Raum, im Film.
Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Latex und Masken, Performance, Film und Stimme. Sie erzählen keine linearen Geschichten. Sie öffnen Räume. Räume für Projektion, Unruhe und Präsenz. Meine Kunst ist kein Angebot zur schnellen Befriedigung. Sie ist eine bewusste Setzung – für diejenigen, die bereit sind, sich einzulassen.